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Pre Flop Raises variiren
Pre-Flop Raises variieren
Es gibt wie bei so vielen Sachen viele unterschiedliche Ansätze die
Höhe eines Pre-Flop Raises festzulegen. Ein weit verbreiteter Ansatz
ist einen Preflop Raise immer mit der gleichen Größe zu starten.
Also immer den gleichen Betrag zwischen drei und vier Big Blinds,
unabhängig von Position und Handstärke. Es gibt aber auch Denkansätze
die propagieren seine Preflop Eröffnungen zu variieren. Besonders an
einem Shorthanded 6-max Tisch ist diese Variante mit variablen Bet
Größen vorzuziehen. Da Poker ein Spiel der Informationen ist,
wäre es dumm Informationen über Position, eigene Handstärke, Spielweise
der Gegner und das eigene Table Image nicht in die Festlegung der
Wettgröße mit einfliessen zu lassen.
Das soll nicht heisen das man nicht einen Standardbetrag hat. Mein
Standard Raise beträgt 3x den Big Blind und ich erhöhe auch zu 70% um
genau diese drei Big Blinds. Jedoch variire ich ca. jede dritte Hand
und eröffne mit einem Minraise, oder viermal den Big Blind. Auf den
ersten Blick ist das für den Anfänger keine große Sache. Für einen
aufmerksamen Gegner ist dies jedoch ein Ärgerniss da ich ein wenig
unberechenbarer werde. Wichtig ist hier das ich nicht in festgelegte
Shemata verfalle, da mich das ausrechenbar macht.
Genau der gleiche Ansatz gilt für Raises bei denen man die Hand
nicht selbst eröffnet, also jemand vor uns gelimped oder geraised hat.
Es gibt Spieler die betten hier immer den Pott, oder immer 3x den
vorherigen Raise. Ich vertrete auch hier die Meinung das es eine gute
Idee ist diese Raises variabel zu gestalten.
Um den Ansatz zu verdeutlichen beschreibe ich ein paar Hände aus einer
meiner letzen $5/$10 Nl Holdem Sessions bei Titan Poker.
Handbeispiel 1:
Ich befinde mich mit einem Stack von $1000 im Cutoff und finde A -J .
Der Shortstack am Tisch sitzt mit $209 "Under The Gun" und hat nur
gelimped. Normalerweise raise ich hier auf 3x Big Blind + 1xBig Blind
für jeden Limper also auf $40. Ich wollte in dieser Situation
einen Flop sehen, jedoch kein All-In vom Shortstack provozieren. Also
limpte ich hier in den Pott. Der Small Blind foldete und der Big Blind
lies den Flop dealen. Der Flop kam Q T 4 und
bescherte mir einen Gutshot Straight Draw und eine Overcard. Der Big
Blind checkte und der Shortstack plazierte eine schwache Bet von $11 in
einen $35 Pott, ich habe auf $35 und sowohl der Big Blind als
auch der Shortstack foldeten.
Handbeispiel 2:
Ich sitze mit A T im Small Blind, der selbe
Shortstack(mittlerweile wieder bei $250) spieler raised den Button
auf $35. Der Big Blind hat. $980, ich selber $1400. Ich re-raise
hier auf $140. Und nehme den Pot gleich an Ort und Stelle in
Empfang da BigBlind und Shortstack folden. Hier wird oft die Meinung
propagiert man müsse einen riesigen ReRaise auf $250 ansetzen um den
Short Stack zu isolieren und den Big Blind auf jeden Fall zum folden zu
bringen. Das ist aber oft der falsche Ansatz. Wenn der Big Blind eine
Premium Hand hat will ich nicht einen ganzen Stack mit A T
preFlop investieren. Ein Raise auf die ungefähr halbe Stacksize des
ShortStack, $140, Spieler ist ok und ich muss die Hand aufgrund der
Pott Ods hier auf jeden Fall zu Ende spielen, habe aber nicht soviel
investiert als das ich mich auf einen ReRaise des Big Blinds mich
nichtmehr von meiner Hand trennen kann. Ich brauche hier also keine
$250 zu riskieren wenn $140 den gleichen Job erledigen.
Handbeispiel 3:
Ein neuer Spieler kommt an den Tisch. Ich habe keine Reads auf ihn und
er spiel sehr loose und aggressiv. In den ersten fünf Händen hat er
sich schon einmal verdoppelt und sein Stack war auf $2213 angewachsen.
Auf dem Button fand ich ein paar 8, der neue Spieler sass im Big Blind.
Ich musste davon ausgehen das der Big Blind zu 90% meine Button Raise
mit einem ReRaise beantwortet. Aufgrund der vorherigen Hände wusste ich
das dieser ReRaise 3x so gross wieder FirstIn Raise ausfallen wird.
Normalerweise eröffne ich hier gerne mit 4x Big Blind. Zum einem gibt
der höhere Raise mir auch eine höhere Fold Equity und zum anderen einen
gehörig großen Pott wenn ich mein Set treffe. Da ich gegen den Maniac
meine 8ten auch auf einen ReRaise in keinem Fall folden würde,
eröffnete ich in diesem Fall nur mit einem Min Raise. Ich erhöhte also
auf $20 statt $40. Ein ReRaise call würde mich also nur $40 mehr kosten
anstatt $80. Diese $40 Differenz summieren sich über die Zeit und
tragen oft dazu bei in die Gewinnzone zu kommen. Die Hand verlief
jedoch ganz anders. Sowohl der tighte SmallBlind als auch der Big Blind
Raisten nicht und der Flop kam Q J T und
die Hand war für mich hier faktisch zu ende. Selbst wenn ich auf dem
Turn ein Set treffe liegen 4 zur Strasse auf dem Board. Eine 9 macht
mir zwar die Strasse aber jeder König schlägt mich hier. Der Small
blind eröffnete die FlopRunde mit einer Donkbet und sowohl der Big
Blind Maniac als auch ich foldeten. Alles richtig gemacht, Preflop
geraised und noch $20 gespart. Da die Hand zu 99% genauso verlaufen
wäre hätte ich PreFlop auf $40 erhöht.
Handbeispiel 4:
Gleich im nächsten Orbit kam es dann zu folgender Hand: ich befinde
mich wieder auf dem Button und es wird zu mir gefolded. Ich finde A 5 und
entscheide mich dazu wieder nur mit einem Minimum Raise auf $20 zu
eröffnen. Ich bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen das es keinen
Unterschied macht wie hoch ich raise da ich 0 Fold Equity vom Maniac
Big Blind zu erwarten habe. Wenn er eine Hand spielen will dann spielt
er, egal wie gross mein Raise ist. Ich habe also $20 investiert, der
Small Blind Called die $15 mehr und der Big Blind raised auf $70. Ich
kann hier guten Gewissens meine Hand Folden. Der Small Blind reraised
seinerseits den Big Blind und es kommt zum AllIn -> KK für den Sb
gegen 22 für den Maniac. Für mich bedeut das wiederrum das ich
alles richtig gemacht habe, das Ass auf dem Button First In geraised
und nur das Minimum verloren.
Man sieht also das es Abhängig von Spielstil, Stacksize und anderen
Faktoren Gründe gibt Raises variabel hoch zu gestalten.
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